Guppy krank? Typische
Guppy Krankheiten (Symptome, Ursachen und Behandlung)
Ich liste hier die am häufigsten Auftretenden Guppykrankheiten auf, welche Symptome und Ursachen sie haben und wie man sie behandeln kann.
Noch mehr, meist weniger oft auftretende Krankheiten sind auf http://www.drta-archiv.de/wiki/pmwiki.php/DiagnoseKrankheiten/DiagnoseKrankheiten beschrieben. Ich empfehle auch das Buch von Roland Bauer „Erkrankungen der Aquarienfische“, das sich intensiv mit den verschiedensten Krankheiten und Behandlungen befasst.
Weißpünktchenkrankheit
(Ichthyophthiriasis)
Symptome:
Zunächst weiße Pünktchen
(Knoten) an den Flossen, dann auch Kiemen und Körper. Im
Spätstadium auch
gräuliche große vereinigte Punkte. Die Fische sind
apathisch oder abgeschwächt
auf dem Boden. Manchmal scheuern sich die Tiere am Bodengrund und
Gegenständen.
Sie magern mit dem Verlauf der Krankheit ab. Es können
Sekundärkrankheiten
auftreten (Virus, Bakterien oder Pilzbefall).
Ursache:
Die Krankheit wird von
den Ichthyophthirius multiflis Ciliat ausgelöst, der als
Parasit auf den
Fischen lebt und sich vom Gewebe und dem Blut ernährt. Er ist
mit 0,1 bis 0,5
mm relativ groß und muss zur Vermehrung den Fisch verlassen.
Dadurch resultiert
auch seine Ansteckungsgefahr. Der Entwicklungskreislauf des Parasiten
ist
temperaturabhängig. Bei 27 °C fallen die Trophonten
nach einer Entwicklungszeit
von 4 bis 5 Tagen vom Fisch ab und kapseln sich auf dem Bodengrund ein.
Dort
teilt sich die Cyste und lässt nach 18 bis 20 Stunden bei 27
°C die Schwärmer
frei (Theronten). Nach spätestens 55 h müssen sie
einen Wirt gefunden haben,
oder sie sterben ab. Die Parasiten setzten sich dabei zwischen der
Epidermis
und Corium der Oberhaut fest, in einer Art mit Flüssigkeit
gefüllter
Hauttasche. Dadurch sind sie Medikamentös von außen
nur schwer zu behandeln.
Behandlung:
Fische mit sehr guter
Kondition überstehen den Parasiten unbehandelt und entwickeln
eine Immunität
gegen ihn. Die meisten Fische jedoch sterben ohne Behandlung an dem
Parasiten.
Zur Behandlung muss der Entwicklungskreislauf unterbrochen werden,
indem die
freigesetzten Schwärmer bekämpft werden.
Die infizierten Tiere
sollten zur Behandlung nicht in ein Quarantänebecken gesetzt
werden, da der
Erreger bereits im gesamten Becken vorhanden ist.
Methode
1: UV-Bestrahlung
des Wasser mittels UV-Wasserklärer. Dies stellt die
für die Tiere die schonenste
Methode dar. Dabei wird der Schwärmer durch das UV
abgetötet. Das UV-Gerät
sollte mindestens eine Leistung von 30 Watt besitzen und mindestens 3
Wochen
aktiviert bleiben.
Methode 2: Medikamente.
Es gibt bereits gute im Zoofachhandel erhältliche Medikamente
mit Wirkstoffen
wie Malachitgrünoxalat oder anderem. Hierbei ist die
Packungsbeilage zu
beachten. Die normale Behandlungsdauer beträgt dabei ca. 2-3
Wochen (lieber
etwas länger, um einen Neuausbruch zu verhinden!).
Symptome:
Taumeln der Fische, also ein hin und her Wiegen/Schwanken. Abmagerung und plötzlicher Tod. Die Haut sieht etwas verändert aus, wie Sandpapier. Schwer zu erkennen sind die kleinen Geschwülste auf der Haut. Die inneren Organe (vor allem Niere und Milz) zeigen kleine runde weiße Zysten, und fühlen sich verhärtet an.
Ursachen:
Verursacht wird die Krankheit durch den Pilz Ichthyosporidium hoferi (früher Ichthyophonus hoferi), der durch die Nahrung aufgenommen werden kann. Im Fischdarm werden aus den Dauerzysten amöbenartige Plasmodien frei, die in das Blutgefäßsystem gelangen und dadurch verschiedene innere Organe befallen. Sie reifen in einer Zyste heran und lassen daraus neue Plasmodien frei. Die Vermehrung erfolgt über Sporen, die über sehr kleine Hautgeschwüre nach aussen dringen.
Behandlung:
Die Tiere sind nur am Anfangsstadium zu retten. Dazu entweder mit
Tipp: Es ist möglich einen Fischbestand mit etwas Glück zu retten, dies ist mir bereits mit Guppys als Lebendgebärende auch gelungen:
Wenn noch eines der erkrankten Weibchen trächtig ist setzt man es in ein extra eingerichtetes Becken, am besten kurz vor dem Wurfzeitpunkt. Die geborenen Jungtiere besitzten keine Erreger aus der Mutter! Sobald die Jungtiere geboren sind müssen sie in ein sauberes, vorher desinfiziertes Becken überführt werden, mit einem eingefahrenen Filter oder täglichem Wasserwechsel zu 60%-70%. Durch diese Methode kann man einen wertvollen Stamm über seine Nachkommen vor dem Aussterben retten.
gemeine oder infektiöse
Bauchwassersucht
Symptome:
Der Bauch ist
aufgeschwollen, die Schuppen stehen ab. Oft auch Glotzaugen. Im verlauf
bilden
sich entzündete rote Stellen am Körper. Es folgen
Sekundärinfektionen wie
Pilzbefall. Die Tiere verhalten sich schaukelnd und apathisch - jedoch
fehlt
ihnen der Fluchinstinkt. Sie zeigen oft Flossenklemmen. Es besteht oft
Atemnot.
Ursache des aufgeblähten Bauches sind innere
entzündungen. Zunächst wird die
innere Darmschleimhaut abgesondert. Später sind Niere, Leber
und Galle
entzündet. Der Bauchraum und hinter den Augen füllt
sich Flüssigkeit an.
Verschiedene Ursachen.
Auch diverse Primärerkrankungen (Bakterien, Parasiten wie
Darmflagellaten)
können die Bauchwassersucht als Folge haben. Bei der
infektiösen
Bauchwassersuch sind Bakterien wie Aeromonas hydrophila oder
Pseudomonas die
Ursache. Die Ansteckgefahr ist dann sehr hoch.
Sieht man bereits einen
aufgeblähten Bauch, ist eine Behandlung in dem meisten
Fällen nicht mehr
möglich. Das Tier muss getötet werden.
Im Anfangsstadium können
Medikamente und Salzbehandlung helfen. Dazu aber die betroffenen Tiere
in ein
Quarantänebecken isolieren! Die Ansteckungsgefahr ist sehr
hoch!
Bei der Salzbehandlung
werden auf 10 Liter Wasser 4-5 Teelöffel (besser jodfreies)
Kochsalz gelöst.
Die erkrankten Tiere werden hierin umgesetzt. Das Salz hilft den
Osmotischen
Streß zu reduzieren, so das sich nicht so schnell Wasser in
den Tieren
ansammelt und die Nieren entlastet sind.
Zusätzlich ist eine
medikamentöse Behandlung wichtig. Diese sind im Zoofachhandel
erhältlich (z.B.
Aquarium Münster Aquafuran (Wirkstoff: Nifurpirinol), JBL
Furanol
(Nifurpirinol), Sera Baktopur direct (Nifurpirinol), Sera Bakto Tabs
(Nifurpirinol)). Achtung: Die Filterleistung wird durch die Medikamente
gehemmt.
Symptome:
Die Flossen sehen milchig
und ausgefranst aus. Die Flossenbasis ist oft entzündet. Die
Fische werden
zunehmend apathisch und scheuern sich.
Ursache:
Bakterien. Oft durch mangelnde
Wasserwechsel oder Überbesatz sowie vorhanden Nitrit im
Wasser! Auch gestresste
Fische in folge einer Bakteriellen Infektion (meist als
Sekundärinfektion,
zuvor durch Viren "erkältet" gewesen).
Da die Ränder der Flossen
nicht sehr stark durchblutet sind, und so das Immunsystem dort die
Bakterien
nicht effektiv genug bekämpfen kann, beginnt hier die
Krankheit. Diese arbeiten
sich bis zum Fisch heran. Als Nebenerscheinung befallen dann Pilze die
Flossen,
worauf sie sehr milchig erscheinen.
Die Krankheit ist nicht
ansteckend. Meist werden aber aufgrund schlechter Wasserwerte oder
Vorkrankheiten
viele Tiere parallel befallen.
Behandlung:
Zunächst muss das Wasser
zu 60% - 70% mit frischen gleichwarmen Wasser gewechselt werden. Das
Wasser
kann mit 1 Teelöffel jodfreiem Kochsalz je 10 Liter
aufgesalzen werden.
Jodfrei, weil die Filterbakterien dagegen allergisch sind und
absterben. Die
Filterung muss überprüft werden. Es darf sich kein
Nitrit mehr bilden. Bei
schweren Fällen, und wenn sich die Tiere innerhalb 2-3 Tage
nicht sichtlich
erholen, müssen Medikamente aus dem Zoofachhandel besorgt
werden, die speziell
gegen Flossenfäule wirken (Wirkstoff z.B. Trypoflavin gegen
Pilze). Nach
weiteren 3 Tagen ist nochmals ein Wasserwechsel angeraten. Es muss aber
nicht
mehr aufgesalzen werden. Dem Temperatur muss bei den für die
Fische im
Optimalen Bereich liegen. Nach 5-7 Tagen nochmals das Wasser wechseln.
Danach wie
üblich regelmäßige Wasserwechsel
fortführen und auf eine gute Filterung achten.
Symptome:
Der Fisch zeigt blasse
Farben, frisst nicht richtig. Fische werden träge und
apathisch, liegen auf dem
Boden und sondern sich ab. Sie bekommen selten hervorstehende Augen und
oder Entzündungen
auf der Haut (bei Guppys eher weniger). Die Flossen bilden sich
zurück, die
Schuppen stehen ab. Außerdem bläht sich im Verlauf
der Bauch und die
Wirbelsäule verkrümmt sich.
Ursachen:
Bakterien der Gattung
Mycobacerium. Diese Bakterien befinden sich zwar in jedem Aquarium, und
laut
Studien sind 2/3 aller Aquarienfische damit befallen, aber bei Gesunden
Fischen
bricht keine Krankheit aus. Bei geschwächten bzw. gestressten
Tieren allerdings
können die Erreger durch die Schleimhaut (auf dem sie vorher
leben) in den
Körper eindringen. Tuberkulose tritt deshalb oft dann auf,
wenn neue Fische
gekauft werden und in das eigene Aquarium eingesetzt werden. Durch den
Transportstress treten in der Schleimhaut Mikroverletzungen auf, in die
diese
Bakterien eindringen. Durch das geschwächte Immunsystem
vermehren sie sich
rapide.
Die Krankheit ist sehr
ansteckend. Befallene Fische, die Immunstark werden, bekämpfen
die Bakterien
indem sie eingekapselt werden, was auf dauer aber ein hoffnungsloser
Kampf ist.
Diese Kapsel kann man bei einer Obduktion unter dem Mikroskop
feststellen (vor
allem Niere, Leber).
Der Krankheitsverlauf
kann sich über Wochen bis Monate hinstrecken. Bei Guppys
verläuft sie meist
schneller. Übertragung bei Lebendgebärenden auf die
Jungfische ist gegeben!
Die Bakterien können bei
stark befallenen Becken, oder direktem Kontakt mit dem Fisch, auch auf
den
Menschen übertragen werden. Dies geschieht meist in dem kleine
Hautverletzungen
infiziert werden. Der Mensch entwickelt dann zwar keine
Lungentuberkulose, wird
aber dennoch über das Lymphsystem befallen. Anzeichen sind
juckende
Hautauschläge, beginnend bei der infizierten Stelle. Deshalb
Vorsicht!
Neuzugänge immer zuerst
für 2-3 Wochen in Quarantäne-Becken setzen. Dort
beobachten und gegebenfalls
bei ersten Symptomen behandeln. Einmal erkrankte Tiere können
nicht mehr
gerettet werden. Durch antibakterielle Heilmittel oder Antibiotika wird
der
Krankheitsverlauf in der Regel nur verzögert. Keinesfalls die
Temperatur
erhöhen, da dies zu einem schnelleren entwickeln der Bakterien
führt. Erkrankte
Fische sind daher sofort zu isolieren und gegebenfalls zu
töten. Gesunde Fische
weiterhin beobachten. Benutze Kescher und Materialen immer
Gründlich
desinfizieren!! Meistens werden Gesunde Tiere auf die Dauer auch
infiziert, so
das der ganze Bestand getötet werden muss und das Becken
gründlich desinfiziert
werden muss!
Weißmaulkrankheit, Maulschimmel oder Maulfäule, Fachbegriff: Columnaris
Symptome:
Es zeigt sich ein
weißlicher, schimmelartiger (Wattebuschiger) Flaum in der
Mundregion, die sich
auf die Kopfhaut und den Rücken asubreiten. Die Lippen
lösen sich auf, die
Kiemenblätter werden angegriffen und lösen sich auf.
Später zersetzten sich die
Flossenränder und Hautstellen verpilzen. Die Fische atmen
schnell. Meist bei
Lebendgebährenden Fischen.
Ursache:
Die ist Primär eine
bakterielle Erkrankung durch Flavobacterium columnare
ausgelöst! Die Bakterien
sind immer vorhanden, befallen aber schwache und gestreßte
Tiere, sowie bei
ungünstigen Aquarienverhältnissen (schlechtes Wasser).
Die bauschigen Stellen
entstehen durch Schleimablösung mit sekundärem
Pilzbefall. Die Krankheit kann
schnell oder chronisch Verlaufen.
Behandlung:
Durch Salzbäder, bei dem
ca. 1 Teelöffel jodfreies Salz auf 10 L Wasser verwendet wird,
und zusätzlichen
im Handel befindlichen Heilmittel kann die Krankheit bekämpft
werden. Bei fortgeschrittenen
Erkrankungen kann nur noch Antibiotika helfen.
Fischschimmel,
Pilzinfektionen
Symptome:
Weiße oder
gelbliche/bräunliche Watteartige Gebilde die überall
auf dem Körper, den Augen
und Flossen auftreten können.
Zumeist Sekundärinfektion
aus körperlichen Schäden oder geschwächten
Tieren nach bakterieller Infektion.
Dabei handelt es sich meist um Schimmelpilze der Gattungen Saprolegnia, Achlya und
Dictyuchus. Die
Sporen dieser Schimmelpilze befinden sich in jedem Aquarium und dringen
schnell
in geschädigte Schleimhäute und Wunden ein. Sie
verpilzen das Tier durchgehend
und produzieren Toxine.
Stark verpilzte Tiere
sind nicht mehr Heilbar, da die Organe und Muskeln zu sehr zersetzt
sind. Die
Temperatur ist auf 26 °C bis 27 °C anzuheben. Durch die
Zugabe von 1 Teelöffel
Salz auf 10 Liter Wasser werden die Nieren der Fische das absondern des
aufgenommenen Wassers erleichtert, so das mehr Kraftreserven
übrig bleiben.
Dazu muss mit einem im Handel erhältlichen Heilmitten nach
Packungsbeilage
medikamentiert werden. Ein Wasserwechsel von ca. 50 % ist anzuraten.
Gebärprobleme und
Laichverhärtung
Symptome:
Meistens bei Lebendgebärenden
auftretende "Krankheit". Es muss zwischen Laichverhärtung und
Gebärmutterauswurf unterschieden werden. Bei der
Laichverhärtung können die
Jungtiere nicht geboren werden, obwohl sie entwickelt sind. Unbehandelt
wird
der Bauch dicker (ähnlich Bauchwassersucht), und das Weibchen
stirbt am Ende.
Das Weibchen wirkt schwach und anteilnahmslos.
Bei der
Gebärmutterauswurf stülpt sich beim Weibchen
während der Geburt die Gebärmutter
aus dem Weibchen heraus. Die Jungen kommen dabei entweder normal, mit
Dottersack oder tot zur Welt.
Ursache:
Unbekannt. Tritt bei zu
warmen Wasser (~ 28 °C) häufiger auf als bei ~25
°C.
Behandlung:
Wird die Gebärmutter
ausgeworfen, so ist dem Tier nicht mehr zu helfen. Es sollte von den
anderen
Tieren isoliert werden, da ansonsten das ausgeworfene Gewebe
angefressen wird.
Das Tier ist zu töten.
Bei der Laichverhärtung
müssen die zumeist toten Jungen aus dem Bauch entfernt werden,
damit die Mutter
nicht an einer inneren Vergiftung stirbt. Dazu muss das Tier auf eine
Schale,
die mit sehr feuchter Watte ausgekleidet ist, gelegt werden. Dann muss
mit
sanften Druck über den Bauch in Richtung Schwanzflosse
gestrichen werden
(Gummihandschuhe!). Im Idealfall sollten die toten jungen
herausgedrückt werden
können. Nach der Behandlung muss eine Nachbehandlung mit
antibakteriellen
Mittel erfolgen.
Ist die Mutter bereits an
der Laichverhärtung verendet, kann das Tier vorsichtig
aufgeschnitten werden.
Zum Teil befinden sich noch lebendige Junge darin.
Keine allgemein zutreffende oder identifizierbare Krankheit mit folgenden Symptomen:
Flossenklemmen
und oder
Schaukelnde Bewegungen, Apathisches Verhalten und oder liegen auf dem
Boden.
Siehe Krankheit Tuberkulose. Trifft dies nicht zu, so hier weiterlesen.
Auch alt eingesessene
Fische können davon betroffen sein, wenn sie durch starken
Stress belastet
werden oder durch Neuankömmlinge neue Viren eingebracht wurden
gegen die sie
noch keine Antikörper ausgebildet haben. Zudem treten diese
Symptome bei
vernachlässigten Becken auf, da hier zu viele Toxine im
Alt-Wasser sind, die
den Fischorganismus schädigen – so dass er
Anfälliger gegenüber Virus- und
Bakterieninfektionen wird.
Ursache:
Der Fisch fühlt sich
unwohl, da sein Immunsystem überfordert ist.
Das Immunsystem kämpft gegen einen Virusbefall
(Primärinfektionen),
vermutlich mit späteren Begleiterscheinungen wie
Bakterieninfektionen oder
Pilzbefall (Sekundärinfektionen).
Behandlung:
Der Guppyorganismus wird
in den meisten Fällen mit dem Virus alleine fertig, wenn ihm
Optimale
Bedingungen geboten werden und darauf geachtet wird
Sekundärinfektion zu
vermeiden. Folgende Grundlegende Dinge sind zu beachten:
- Das Wasser im Becken ist zu 2/3 (60%-70%) mit gleichwarmen frischem Wasser zu wechseln. Dadurch werden toxische Substanzen, aber vor allem auch die Konzentration an Viren, Bakterien und Pilzen im Wasser reduziert. Im Folge der Krankheit ist das Wasser spätestens alle 2-3 Tage zu wechseln.
- Verändern des Osmotischen Druckes: Ziel ist es dabei den Stoffwechsel der Tiere zu entlasten. Im normalen Süßwasser leisten die Nieren der Tiere sehr viel, da der Fisch ständig im Zuge des osmotischen Druckausgleiches Wasser über die Haut und Schleimhäute aufnimmt, das durch die Nieren wieder ausgeschieden werden muss. Dies ist für den Fisch ein sehr Energieaufwändiger Prozess. Um die Nieren zu entlasten, wird je 10 Liter Aquariumwasser ein normal gehäufter Teelöffel (ca. 10 Gramm) nicht jodiertes Salz hinzugegeben. Dadurch ändert sich die Leitfähigkeit (nicht Gesamthärte) des Wassers und der Osmotische Druck verschiebt sich auf Seiten des Wassers. Es diffundiert weniger Wasser in den Fisch, die Nieren sind entlastet. Bitte kein jodiertes Salz nehmen, da es auf die nitrifizierenden Bakterien (Nitrosomonas & Nitrobacter) toxisch wirkt, und so die Filterleistung zusammenbrechen kann (Ammonium/Nitrit!). Das Salz kann bis zur Genesung der Tiere verwendet werden, und wird durch mehrere Wasserwechsel entfernt.
- Um Bakterieninfektionen zu vermeiden muss das Bakterienwachstum verlangsamt werden. Hierzu eignet sich das Präperat Melafix. Der Wirkstoff Melaleuca (aus einem Teestrauch) wirkt antibakteriell.
- Ebenfalls empfehlenswert, vor allem gegen viele Haut- und Kiemenparasiten sowie gegen einige Pilze ist amtra medic 6. Wird amtra medic 6 verwendet, ist keine Salzzugabe wie bei Punkt 2 beschrieben notwendig, da amtra medic 6 den Osmotischen Druck ebenfalls verändert.
- Ebenfalls wird das Bakteriumwachstum durch Schwarzen Tee gehemmt. Die darin enthaltenen Gerbstoffe wirken zudem entzündungshemmend und antioxidant. Ist kein Melafix im Haus vorhanden, kann Schwarztee verwendet werden. Dazu wird ein Teebeutel (oder ca. 2 g) besser nicht aromatisierter schwarzer Tee in einer Tasse heißem Wasser zunächst nur eine Minute lang aufgebrüht, um die nicht gewünschten, aber schnell löslichen negativen Inhaltsstoffe (z.B. Koffein, Aromastoffe) zu entfernen. Nun brüht man den Tee nochmals ca. 2 min auf, aber verwirft den Aufguss wieder. Erst den dritte Aufguss wird verwendet. Dazu dann nochmals 15 min lang mit frischem kochendem Wasser aufbrühen. Wenn das Wasser nicht mehr heiß ist wird es auf ca. 20 Liter Aquariumwasser verwendet (2 g Tee auf 15 Liter). Nach einem erneute Wasserwechsel wieder neu ansetzten. Der pH Wert wird bei dieser Dosierung nicht maßgeblich verändert. Die Filterbakterien bleiben erhalten. Eine höhere Konzentration könnte diesen aber ebenfalls schaden. Es gibt auch andere Gerbstoffhaltigen Substanzen die hier helfen können, aber meisten als Nebeneffekt viel stärker den pH Wert beeinflussen als schwarzer Tee. Nebeneffekt des Tees: Er wirkt auch gegen viele Algen-Arten!
- Die Temperatur wird, entgegen den gängigen Meinungen, nicht erhöht! Sie sollte sich bereits bei 24 °C bis 25 °C befinden. Eine Temperaturerhöhung lässt die Bakterien im Becken extrem viel schneller vermehren, als der Fischorganismus genügend neue Antikörper gegen die Krankheitserreger bilden kann.
- Stressvermeidung.
Versuche die Fische nicht unnötigem Stress
auszusetzen.
Warum
Krankheiten entstehen - Vorsorge
In der
Natur herrscht
purer Egoismus. Jeder Organismus, so klein er auch ist, will leben und
sich
vermehren. Daher befallen Bakterien, Pilze und Viren jeden Organismus.
Ohne
Immunsystem wären wir und unsere Fische nicht
lebensfähig.
Krankheiten
entstehen,
weil ein dem Immunsystem unbekannter Feind den Körper
befällt und sich in ihm
vermehrt. Das Immunsystem reagiert, indem es Antikörper und
andere Mechanismen
in Gang setzt, um den Feind zu bekämpfen. Doch dies dauert
seine Zeit. Der neue
Feind muss erst identifiziert werden, die Körpereigene
Abwehrmaschinerie muss
erst in Gang gesetzt werden. Dadurch hat der Erreger in den ersten
Stunden und
Tagen Zeit sich auszubreiten. Der Fisch wird durch Zelltod (durch
Viren, Bakterien
und Pilze) und freigesetzte Toxine (vor allem Bakterien und manche
Pilze) geschwächt.
Ist das Immunsystem überfordert, ist der Fisch verloren.
Deshalb
ist es das Ziel
bei der Krankheitsbekämpfung das Immunsystem zu
unterstützen. Aktiv, durch Bekämpfung
von Erregern und passiv indem der Fischorganismus selbst
gestärkt wird, müssen
Hand in Hand funktionieren.
Ein
Gesunder, gut
ernährter und nicht gestresster, Fisch wird selten oder nicht
krank. Das
Immunsystem ist stark und der Körper verträgt mehr
als bei schwächelnden
Tieren. Daher ist
auf die optimalen
Haltungsbedingungen zu achten (sauberes Wasser,
regelmäßige Wasserwechsel, gute
eingefahrene Becken mit Filter, gute Ernährung…)
Zudem
sind die eigenen
Fische, die schon lange im eigenen Aquarium schwimmen, gegen die
meisten dort
enthaltenen Viren immunisiert. Sie haben Antikörper gebildet,
die einen
Krankheitsausbruch verhindern. Wenn aber neue Fische zu uns kommen,
bringen sie
neue Viren mit, die unseren Tieren schaden könnten. Vielmehr
aber werden die
neuen Tiere durch unsere alten im Becken eingesessenen Viren geschadet.
Die
neuen Tiere sind vom Transportstress geschwächt und das
Immunsystem ist mit der
Vielzahl von neune Erreger überfordert. Deshalb ist es sehr
wichtig, neue Tiere
nach folgendem Plan an unsere
Aquarien
zu gewöhnen.