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Guppy krank? Typische Guppy Krankheiten (Symptome, Ursachen und Behandlung)

 

Ich liste hier die am häufigsten Auftretenden Guppykrankheiten auf, welche Symptome und Ursachen sie haben und wie man sie behandeln kann.



Noch mehr, meist weniger oft auftretende Krankheiten sind auf http://www.drta-archiv.de/wiki/pmwiki.php/DiagnoseKrankheiten/DiagnoseKrankheiten beschrieben. Ich empfehle auch das Buch von Roland Bauer „Erkrankungen der Aquarienfische“, das sich intensiv mit den verschiedensten Krankheiten und Behandlungen befasst.


Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthiriasis) 

Symptome:
Zunächst weiße Pünktchen (Knoten) an den Flossen, dann auch Kiemen und Körper. Im Spätstadium auch gräuliche große vereinigte Punkte. Die Fische sind apathisch oder abgeschwächt auf dem Boden. Manchmal scheuern sich die Tiere am Bodengrund und Gegenständen. Sie magern mit dem Verlauf der Krankheit ab. Es können Sekundärkrankheiten auftreten (Virus, Bakterien oder Pilzbefall). 

Ursache:
Die Krankheit wird von den Ichthyophthirius multiflis Ciliat ausgelöst, der als Parasit auf den Fischen lebt und sich vom Gewebe und dem Blut ernährt. Er ist mit 0,1 bis 0,5 mm relativ groß und muss zur Vermehrung den Fisch verlassen. Dadurch resultiert auch seine Ansteckungsgefahr. Der Entwicklungskreislauf des Parasiten ist temperaturabhängig. Bei 27 °C fallen die Trophonten nach einer Entwicklungszeit von 4 bis 5 Tagen vom Fisch ab und kapseln sich auf dem Bodengrund ein. Dort teilt sich die Cyste und lässt nach 18 bis 20 Stunden bei 27 °C die Schwärmer frei (Theronten). Nach spätestens 55 h müssen sie einen Wirt gefunden haben, oder sie sterben ab. Die Parasiten setzten sich dabei zwischen der Epidermis und Corium der Oberhaut fest, in einer Art mit Flüssigkeit gefüllter Hauttasche. Dadurch sind sie Medikamentös von außen nur schwer zu behandeln. 

Behandlung:
Fische mit sehr guter Kondition überstehen den Parasiten unbehandelt und entwickeln eine Immunität gegen ihn. Die meisten Fische jedoch sterben ohne Behandlung an dem Parasiten. Zur Behandlung muss der Entwicklungskreislauf unterbrochen werden, indem die freigesetzten Schwärmer bekämpft werden.
Die infizierten Tiere sollten zur Behandlung nicht in ein Quarantänebecken gesetzt werden, da der Erreger bereits im gesamten Becken vorhanden ist. 

Methode 1: UV-Bestrahlung des Wasser mittels UV-Wasserklärer. Dies stellt die für die Tiere die schonenste Methode dar. Dabei wird der Schwärmer durch das UV abgetötet. Das UV-Gerät sollte mindestens eine Leistung von 30 Watt besitzen und mindestens 3 Wochen aktiviert bleiben.
Methode 2: Medikamente. Es gibt bereits gute im Zoofachhandel erhältliche Medikamente mit Wirkstoffen wie Malachitgrünoxalat oder anderem. Hierbei ist die Packungsbeilage zu beachten. Die normale Behandlungsdauer beträgt dabei ca. 2-3 Wochen (lieber etwas länger, um einen Neuausbruch zu verhinden!).  






Taumelkrankheit

Symptome:
Taumeln der Fische, also ein hin und her Wiegen/Schwanken. Abmagerung und plötzlicher Tod. Die Haut sieht etwas verändert aus, wie Sandpapier. Schwer zu erkennen sind die kleinen Geschwülste auf der Haut. Die inneren Organe (vor allem Niere und Milz) zeigen kleine runde weiße Zysten, und fühlen sich verhärtet an.

Ursachen:
Verursacht wird die Krankheit durch den Pilz Ichthyosporidium hoferi (früher Ichthyophonus hoferi), der durch die Nahrung aufgenommen werden kann. Im Fischdarm werden aus den Dauerzysten amöbenartige Plasmodien frei, die in das Blutgefäßsystem gelangen und dadurch verschiedene innere Organe befallen. Sie reifen in einer Zyste heran und lassen daraus neue Plasmodien frei. Die Vermehrung erfolgt über Sporen, die über sehr kleine Hautgeschwüre nach aussen dringen.
DieKrankheit ist sehr ansteckend, vor allem über die Sporen und Pilzfäden, die sich im Kot der Tiere befinden!

Behandlung:
Die Tiere sind nur am Anfangsstadium zu retten. Dazu entweder mit
Phenossietol (auch Phenoxetol) (20 mg / Liter) oder p-Chlorophenoxetol (20 mg / Liter) in einem Quarantänebecken behandeln. Die Medikamente nicht gleichzeitig verabreichen! Phenossietol (auch Phenoxetol) ist unter dem Handelsnamen Liquitox bekannt (als 1 %ige Lösung), aber leider schwer erhältlich. Phenoxetol kann in Apotheken bestellt werden, ist aber giftig (Vorsicht!). Andere Medikamente sind meines Wissens nicht wirksam. Schlägt das Mittel nicht an, sind die Tiere sowie der gesamte Fischbestand zu töten, da die Sporen bereits andere Fische im Becken infiziert haben könnten. Das Becken ist dann gründlich zu desinfizieren.
Tipp: Es ist möglich einen Fischbestand mit etwas Glück zu retten, dies ist mir bereits mit Guppys als Lebendgebärende auch gelungen:
Wenn noch eines der erkrankten Weibchen trächtig ist setzt man es in ein extra eingerichtetes Becken, am besten kurz vor dem Wurfzeitpunkt. Die geborenen Jungtiere besitzten keine Erreger aus der Mutter! Sobald die Jungtiere geboren sind müssen sie in ein sauberes, vorher desinfiziertes Becken überführt werden, mit einem eingefahrenen Filter oder täglichem Wasserwechsel zu 60%-70%. Durch diese Methode kann man einen wertvollen Stamm über seine Nachkommen vor dem Aussterben retten.
 



gemeine oder infektiöse Bauchwassersucht 

Symptome:
Der Bauch ist aufgeschwollen, die Schuppen stehen ab. Oft auch Glotzaugen. Im verlauf bilden sich entzündete rote Stellen am Körper. Es folgen Sekundärinfektionen wie Pilzbefall. Die Tiere verhalten sich schaukelnd und apathisch - jedoch fehlt ihnen der Fluchinstinkt. Sie zeigen oft Flossenklemmen. Es besteht oft Atemnot. Ursache des aufgeblähten Bauches sind innere entzündungen. Zunächst wird die innere Darmschleimhaut abgesondert. Später sind Niere, Leber und Galle entzündet. Der Bauchraum und hinter den Augen füllt sich Flüssigkeit an.

Ursachen:
Verschiedene Ursachen. Auch diverse Primärerkrankungen (Bakterien, Parasiten wie Darmflagellaten) können die Bauchwassersucht als Folge haben. Bei der infektiösen Bauchwassersuch sind Bakterien wie Aeromonas hydrophila oder Pseudomonas die Ursache. Die Ansteckgefahr ist dann sehr hoch.

Behandlung:
Sieht man bereits einen aufgeblähten Bauch, ist eine Behandlung in dem meisten Fällen nicht mehr möglich. Das Tier muss getötet werden.
Im Anfangsstadium können Medikamente und Salzbehandlung helfen. Dazu aber die betroffenen Tiere in ein Quarantänebecken isolieren! Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch!
Bei der Salzbehandlung werden auf 10 Liter Wasser 4-5 Teelöffel (besser jodfreies) Kochsalz gelöst. Die erkrankten Tiere werden hierin umgesetzt. Das Salz hilft den Osmotischen Streß zu reduzieren, so das sich nicht so schnell Wasser in den Tieren ansammelt und die Nieren entlastet sind.
Zusätzlich ist eine medikamentöse Behandlung wichtig. Diese sind im Zoofachhandel erhältlich (z.B. Aquarium Münster Aquafuran (Wirkstoff: Nifurpirinol), JBL Furanol (Nifurpirinol), Sera Baktopur direct (Nifurpirinol), Sera Bakto Tabs (Nifurpirinol)). Achtung: Die Filterleistung wird durch die Medikamente gehemmt.

 

 

Flossenfäule 

Symptome:
Die Flossen sehen milchig und ausgefranst aus. Die Flossenbasis ist oft entzündet. Die Fische werden zunehmend apathisch und scheuern sich. 

Ursache:
Bakterien. Oft durch mangelnde Wasserwechsel oder Überbesatz sowie vorhanden Nitrit im Wasser! Auch gestresste Fische in folge einer Bakteriellen Infektion (meist als Sekundärinfektion, zuvor durch Viren "erkältet" gewesen).
Da die Ränder der Flossen nicht sehr stark durchblutet sind, und so das Immunsystem dort die Bakterien nicht effektiv genug bekämpfen kann, beginnt hier die Krankheit. Diese arbeiten sich bis zum Fisch heran. Als Nebenerscheinung befallen dann Pilze die Flossen, worauf sie sehr milchig erscheinen.
Die Krankheit ist nicht ansteckend. Meist werden aber aufgrund schlechter Wasserwerte oder Vorkrankheiten viele Tiere parallel befallen.

 
Behandlung:
Zunächst muss das Wasser zu 60% - 70% mit frischen gleichwarmen Wasser gewechselt werden. Das Wasser kann mit 1 Teelöffel jodfreiem Kochsalz je 10 Liter aufgesalzen werden. Jodfrei, weil die Filterbakterien dagegen allergisch sind und absterben. Die Filterung muss überprüft werden. Es darf sich kein Nitrit mehr bilden. Bei schweren Fällen, und wenn sich die Tiere innerhalb 2-3 Tage nicht sichtlich erholen, müssen Medikamente aus dem Zoofachhandel besorgt werden, die speziell gegen Flossenfäule wirken (Wirkstoff z.B. Trypoflavin gegen Pilze). Nach weiteren 3 Tagen ist nochmals ein Wasserwechsel angeraten. Es muss aber nicht mehr aufgesalzen werden. Dem Temperatur muss bei den für die Fische im Optimalen Bereich liegen. Nach 5-7 Tagen nochmals das Wasser wechseln. Danach wie üblich regelmäßige Wasserwechsel fortführen und auf eine gute Filterung achten.

 

 

Tuberkulose, Fischtuberkulose 

Symptome:
Der Fisch zeigt blasse Farben, frisst nicht richtig. Fische werden träge und apathisch, liegen auf dem Boden und sondern sich ab. Sie bekommen selten hervorstehende Augen und oder Entzündungen auf der Haut (bei Guppys eher weniger). Die Flossen bilden sich zurück, die Schuppen stehen ab. Außerdem bläht sich im Verlauf der Bauch und die Wirbelsäule verkrümmt sich.

Ursachen:
Bakterien der Gattung Mycobacerium. Diese Bakterien befinden sich zwar in jedem Aquarium, und laut Studien sind 2/3 aller Aquarienfische damit befallen, aber bei Gesunden Fischen bricht keine Krankheit aus. Bei geschwächten bzw. gestressten Tieren allerdings können die Erreger durch die Schleimhaut (auf dem sie vorher leben) in den Körper eindringen. Tuberkulose tritt deshalb oft dann auf, wenn neue Fische gekauft werden und in das eigene Aquarium eingesetzt werden. Durch den Transportstress treten in der Schleimhaut Mikroverletzungen auf, in die diese Bakterien eindringen. Durch das geschwächte Immunsystem vermehren sie sich rapide.
Die Krankheit ist sehr ansteckend. Befallene Fische, die Immunstark werden, bekämpfen die Bakterien indem sie eingekapselt werden, was auf dauer aber ein hoffnungsloser Kampf ist. Diese Kapsel kann man bei einer Obduktion unter dem Mikroskop feststellen (vor allem Niere, Leber).
Der Krankheitsverlauf kann sich über Wochen bis Monate hinstrecken. Bei Guppys verläuft sie meist schneller. Übertragung bei Lebendgebärenden auf die Jungfische ist gegeben!

Achtung:
Die Bakterien können bei stark befallenen Becken, oder direktem Kontakt mit dem Fisch, auch auf den Menschen übertragen werden. Dies geschieht meist in dem kleine Hautverletzungen infiziert werden. Der Mensch entwickelt dann zwar keine Lungentuberkulose, wird aber dennoch über das Lymphsystem befallen. Anzeichen sind juckende Hautauschläge, beginnend bei der infizierten Stelle. Deshalb Vorsicht!

Behandlung:
Neuzugänge immer zuerst für 2-3 Wochen in Quarantäne-Becken setzen. Dort beobachten und gegebenfalls bei ersten Symptomen behandeln. Einmal erkrankte Tiere können nicht mehr gerettet werden. Durch antibakterielle Heilmittel oder Antibiotika wird der Krankheitsverlauf in der Regel nur verzögert. Keinesfalls die Temperatur erhöhen, da dies zu einem schnelleren entwickeln der Bakterien führt. Erkrankte Fische sind daher sofort zu isolieren und gegebenfalls zu töten. Gesunde Fische weiterhin beobachten. Benutze Kescher und Materialen immer Gründlich desinfizieren!! Meistens werden Gesunde Tiere auf die Dauer auch infiziert, so das der ganze Bestand getötet werden muss und das Becken gründlich desinfiziert werden muss!

 

 

 

Weißmaulkrankheit, Maulschimmel oder Maulfäule, Fachbegriff: Columnaris

Symptome:
Es zeigt sich ein weißlicher, schimmelartiger (Wattebuschiger) Flaum in der Mundregion, die sich auf die Kopfhaut und den Rücken asubreiten. Die Lippen lösen sich auf, die Kiemenblätter werden angegriffen und lösen sich auf. Später zersetzten sich die Flossenränder und Hautstellen verpilzen. Die Fische atmen schnell. Meist bei Lebendgebährenden Fischen. 

Ursache:
Die ist Primär eine bakterielle Erkrankung durch Flavobacterium columnare ausgelöst! Die Bakterien sind immer vorhanden, befallen aber schwache und gestreßte Tiere, sowie bei ungünstigen Aquarienverhältnissen (schlechtes Wasser).
Die bauschigen Stellen entstehen durch Schleimablösung mit sekundärem Pilzbefall. Die Krankheit kann schnell oder chronisch Verlaufen. 

Behandlung:
Durch Salzbäder, bei dem ca. 1 Teelöffel jodfreies Salz auf 10 L Wasser verwendet wird, und zusätzlichen im Handel befindlichen Heilmittel kann die Krankheit bekämpft werden. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen kann nur noch Antibiotika helfen.

 

 

Fischschimmel, Pilzinfektionen 

Symptome:
Weiße oder gelbliche/bräunliche Watteartige Gebilde die überall auf dem Körper, den Augen und Flossen auftreten können.

Ursache:
Zumeist Sekundärinfektion aus körperlichen Schäden oder geschwächten Tieren nach bakterieller Infektion. Dabei handelt es sich meist um Schimmelpilze der Gattungen  Saprolegnia, Achlya und Dictyuchus. Die Sporen dieser Schimmelpilze befinden sich in jedem Aquarium und dringen schnell in geschädigte Schleimhäute und Wunden ein. Sie verpilzen das Tier durchgehend und produzieren Toxine.

Behandlung:
Stark verpilzte Tiere sind nicht mehr Heilbar, da die Organe und Muskeln zu sehr zersetzt sind. Die Temperatur ist auf 26 °C bis 27 °C anzuheben. Durch die Zugabe von 1 Teelöffel Salz auf 10 Liter Wasser werden die Nieren der Fische das absondern des aufgenommenen Wassers erleichtert, so das mehr Kraftreserven übrig bleiben. Dazu muss mit einem im Handel erhältlichen Heilmitten nach Packungsbeilage medikamentiert werden. Ein Wasserwechsel von ca. 50 % ist anzuraten.

 

Gebärprobleme und Laichverhärtung

Symptome:
Meistens bei Lebendgebärenden auftretende "Krankheit". Es muss zwischen Laichverhärtung und Gebärmutterauswurf unterschieden werden. Bei der Laichverhärtung können die Jungtiere nicht geboren werden, obwohl sie entwickelt sind. Unbehandelt wird der Bauch dicker (ähnlich Bauchwassersucht), und das Weibchen stirbt am Ende. Das Weibchen wirkt schwach und anteilnahmslos.
Bei der Gebärmutterauswurf stülpt sich beim Weibchen während der Geburt die Gebärmutter aus dem Weibchen heraus. Die Jungen kommen dabei entweder normal, mit Dottersack oder tot zur Welt. 

Ursache:
Unbekannt. Tritt bei zu warmen Wasser (~ 28 °C) häufiger auf als bei ~25 °C. 

Behandlung:
Wird die Gebärmutter ausgeworfen, so ist dem Tier nicht mehr zu helfen. Es sollte von den anderen Tieren isoliert werden, da ansonsten das ausgeworfene Gewebe angefressen wird. Das Tier ist zu töten.
Bei der Laichverhärtung müssen die zumeist toten Jungen aus dem Bauch entfernt werden, damit die Mutter nicht an einer inneren Vergiftung stirbt. Dazu muss das Tier auf eine Schale, die mit sehr feuchter Watte ausgekleidet ist, gelegt werden. Dann muss mit sanften Druck über den Bauch in Richtung Schwanzflosse gestrichen werden (Gummihandschuhe!). Im Idealfall sollten die toten jungen herausgedrückt werden können. Nach der Behandlung muss eine Nachbehandlung mit antibakteriellen Mittel erfolgen.
Ist die Mutter bereits an der Laichverhärtung verendet, kann das Tier vorsichtig aufgeschnitten werden. Zum Teil befinden sich noch lebendige Junge darin.

 

 

 

Keine allgemein zutreffende oder identifizierbare Krankheit mit folgenden Symptomen:

Flossenklemmen und oder Schaukelnde Bewegungen, Apathisches Verhalten und oder liegen auf dem Boden. Siehe Krankheit Tuberkulose. Trifft dies nicht zu, so hier weiterlesen. 
Diese Symptome treten zumeist beim zukauf neuer Fische auf.
Auch alt eingesessene Fische können davon betroffen sein, wenn sie durch starken Stress belastet werden oder durch Neuankömmlinge neue Viren eingebracht wurden gegen die sie noch keine Antikörper ausgebildet haben. Zudem treten diese Symptome bei vernachlässigten Becken auf, da hier zu viele Toxine im Alt-Wasser sind, die den Fischorganismus schädigen – so dass er Anfälliger gegenüber Virus- und Bakterieninfektionen wird.

 
Ursache:
Der Fisch fühlt sich unwohl, da sein Immunsystem überfordert ist.  Das Immunsystem kämpft gegen einen Virusbefall (Primärinfektionen), vermutlich mit späteren Begleiterscheinungen wie Bakterieninfektionen oder Pilzbefall (Sekundärinfektionen).
 

Behandlung:
Der Guppyorganismus wird in den meisten Fällen mit dem Virus alleine fertig, wenn ihm Optimale Bedingungen geboten werden und darauf geachtet wird Sekundärinfektion zu vermeiden. Folgende Grundlegende Dinge sind zu beachten:

 

 

Warum Krankheiten entstehen - Vorsorge 

In der Natur herrscht purer Egoismus. Jeder Organismus, so klein er auch ist, will leben und sich vermehren. Daher befallen Bakterien, Pilze und Viren jeden Organismus. Ohne Immunsystem wären wir und unsere Fische nicht lebensfähig.

Krankheiten entstehen, weil ein dem Immunsystem unbekannter Feind den Körper befällt und sich in ihm vermehrt. Das Immunsystem reagiert, indem es Antikörper und andere Mechanismen in Gang setzt, um den Feind zu bekämpfen. Doch dies dauert seine Zeit. Der neue Feind muss erst identifiziert werden, die Körpereigene Abwehrmaschinerie muss erst in Gang gesetzt werden. Dadurch hat der Erreger in den ersten Stunden und Tagen Zeit sich auszubreiten. Der Fisch wird durch Zelltod (durch Viren, Bakterien und Pilze) und freigesetzte Toxine (vor allem Bakterien und manche Pilze) geschwächt. Ist das Immunsystem überfordert, ist der Fisch verloren.

Deshalb ist es das Ziel bei der Krankheitsbekämpfung das Immunsystem zu unterstützen. Aktiv, durch Bekämpfung von Erregern und passiv indem der Fischorganismus selbst gestärkt wird, müssen Hand in Hand funktionieren.

 

Ein Gesunder, gut ernährter und nicht gestresster, Fisch wird selten oder nicht krank. Das Immunsystem ist stark und der Körper verträgt mehr als bei schwächelnden Tieren.  Daher ist auf die optimalen Haltungsbedingungen zu achten (sauberes Wasser, regelmäßige Wasserwechsel, gute eingefahrene Becken mit Filter, gute Ernährung…)

Zudem sind die eigenen Fische, die schon lange im eigenen Aquarium schwimmen, gegen die meisten dort enthaltenen Viren immunisiert. Sie haben Antikörper gebildet, die einen Krankheitsausbruch verhindern. Wenn aber neue Fische zu uns kommen, bringen sie neue Viren mit, die unseren Tieren schaden könnten. Vielmehr aber werden die neuen Tiere durch unsere alten im Becken eingesessenen Viren geschadet. Die neuen Tiere sind vom Transportstress geschwächt und das Immunsystem ist mit der Vielzahl von neune Erreger überfordert. Deshalb ist es sehr wichtig, neue Tiere nach folgendem Plan an unsere Aquarien zu gewöhnen.