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Guppys nach dem Transport richtig eingewöhnen.

Neue Guppys, die man am besten von einem Züchter erworben hat, sollten nach dem Kauf nicht einfach zu den bisherigen Populationen gesetzt werden. Sie können neue Viren und Bakterien mit sich tragen, wogegen sie selbst Immun sind, aber die eigenen Tiere schaden nehmen können. Noch häufiger ist, dass die neuen Guppys mit den neuen Viren und Bakterien unserer Aquarien noch nicht vertraut und Immunisiert sind – so das sie vor allem nach dem Transportstress schnell daran erkranken und sterben. Um dies zu verhindern, ist folgendes zu beachten:

  1. Quarantäne. Neue Guppys werden in ein dafür extra vorgesehenes und mit Filteranlage eingelaufenes kleines (!) Quarantänebecken gesetzt. Am besten in der Größe von 10-30 Liter. ODER: Entferne aus einem deiner Becken alle Tiere. Lasse es 1 Woche ohne Besatz laufen und verwende es als Quarantänebecken. Dabei besteht das Risiko, das das Becken im Falle einer Krankheit auch neu desinfiziert werden muss.
  2. Wechsle vor dem einsetzten, ein Tag davor ist optimal,  90 % des Wassers im Quarantänebecken. Somit reduziert man die Keimzahl im Wasser.
  3. Achte auf die Wasserwerte. Sie sollten alle Optimal sein.
  4. Reichere das Wasser mit einem Teelöffel jodfreiem Kochsalz je 10 Liter an. Damit verringerst du für die neuen Fische den osmotischen Stress. Es dringt nicht mehr so schnell Wasser durch die Haut und Kiemen in die Tiere, welches sie permanent über die Nieren ausscheiden müssen. Die Nieren werden entlastet. Dies ist bei           Meerwasserfischen anders!!
  5. Gleiche die Temperatur der neuen Guppys im Transportbeutel an, indem du sie für 30 - 45 min in das Aquarium hängst. Das ganze am besten im Dunkeln, damit die Tiere nicht unnötig gestresst werden.
  6. Sind Guppys länger als einige Stunden transportiert wurden, so hat sich das Wasser im Transportbeutel stark verändert. Durch die Ausscheidungen und Stressbedingt verringert sich der pH Wert im Wasser und reichert sich mit Ammonium und anderen giften an. Daher ist es Ratsam die Tiere zunächst in einen extra Behälter (z.B. Eimer) auszuleeren, und langsam an die neuen Wasserwerte anzupassen. Dazu zu dem Altwasser 10 % - 20 % neues Wasser hinzugeben (aus dem Quarantänebecken) und 1h warten. Nun wieder ca. 20 %  des Ursprünglichen Volumens im Transportbeutel an frischem Wasser hinzugeben, und 1 h warten. Dies mehrmals wiederholen, bis sich die Wassermenge im Eimer ungefähr verdreifacht hat. Das kann bis zu einem ganzen Tag lang dauern. Das ganze sollte im Dunkeln geschehen, um die Tiere nicht zu stressen!  Darauf achten das der Eimer nicht zu sehr abkühlt oder beheizt ist. Es ist sehr wichtig, keinen pH schock zu erzeugen. Guppys sind dagegen sehr empfindlich. Geduld zahlt sich aus, vor allem bei großen langen Transporten überleben so deutlich mehr Tiere.
  7. Die ersten ein bis zwei Tage nicht füttern! Dies Belastet den Guppy durch Stoffwechselabbauprodukte zusätzlich.
  8. Setze die Tiere aus dem Eimer in das Quarantänebecken. Du kannst auch, wenn es ein 10 L Quarantänebecken ist, daraus das gesamte Wasser ablassen (sofern noch etwas nach dem angleichen im Eimer übrig ist), und das Eimerwasser als neues Beckenwasser verwenden. Das stresst die Tiere am wenigsten.
  9. Vorbeugend gegen stressbedingt auftretende Bakterielle Infektionen können bakterielle Heilmittel aus dem Handel für die erste Woche nach dem Einsetzten verwendet werden. Vor allem das milde Melafix (schwer zu bekommen) bietet sich an.
  10. Nach 1-2 Wochen: Verwende Heilmittel gegen Parasiten aller Art, um sicherzustellen das keine Parasiten an Krankheiten schuld sind, oder du keine ungewollten einschleppen willst.
  11. Nach 2-3 Wochen, wenn die Tiere vollständig an die neuen Wasserwerte angepasst sind, durch Medikamente behandelt wurden und keine Krankheitsanzeichen zeigen, können sie umgesetzt werden.
  12. Bis dahin jeden 3-5 Tage 50 % des Wassers wechseln! Das Aufsalzen des Wassers kann man nach ca. einer Woche beenden.

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